Unterkieferprotrusionsschiene zur Therapie der Schlafapnoe

30% der Patienten mit Schnarch- und Apnoeproblematik tolerieren keine CPAP Maske, da die Gefahren der Sauerstoffunterversorgung während des Schlafes aber lebensbedrohlich werden können, muss eine Alternativtherapie angeboten werden.
In der S3 Richtlinie über Schlafstörungen ist die Unterkieferprotrusionsschiene mit höchstem Empfehlungsgrad A bewertet.
Sie öffnet den Atemweg im Oropharynx durch Vorverlagerung von Unterkiefer und Zunge, der Musculus palatoglossus strafft gleichzeitig das Velum und zieht es nach vorne. Nach dem Prinzip des Esmarchschen Handgriffes werden die Atemwege freigemacht. Moderne Zweischienensysteme sind angenehm zu tragen und können in der Eingewöhnungsphase noch nachjustiert werden bis das individuelle Optimum erreicht ist. Nebeneffekt dieser Schienentherapie ist eine Verbesserung des Kiefersystems bei Gelenkknacken oder kraniomandibulärer Dysfunktion. Erfüllt also ein Patient die Kriterien des DGZS Positionspapiers, nämlich leichte bis mittelschwere Schlafapnoe, ausreichend fest verankerte Zähne und Body Mass Index ca. 30kg/m2 so ist die Anpassung einer Unterkieferprotrusionsschiene mittels exakter Abdrücke und einer speziellen Bissregistrierung durch einen zertifizierten Zahnarzt das Mittel der Wahl bei fehlender CPAP Adhärenz.

Die Schiene muss nach Eingliederung angepasst (=titriert) und regelmäßig kontrolliert werden (ca. alle 6 Monate)

  • Verrutschen der Maske,
  • Druckstellen,
  • Rhinitis,
  • Konjunktivitis,
  • Ausgetrocknete Schleimhäute und damit erhöhtes Risiko für Karies,
  • Druckstellen im Gesicht,
  • Klaustrophobie, sind häufige Gründe für eine CPAP Intoleranz

Ablauf für das Erstellen einer Unterkieferprotrusionsschiene:

  1. Diagnostik und Besprechung beim Zahnarzt
  2. Somnographie beim HNO, geschulten Hausarzt, Lungenfacharzt
  3. Erstellen eines Kostenvoranschlages
  4. Abdrücke und Bissnahme zum Anfertigen eine Schiene
  5. Eingliederung
  6. 3-4 Wochen später Kontrolltermin
  7. innerhalb von 3 Monaten zweite Somnographie zur Prüfung des Behandlungsergebnisses
  8. Einreichen aller Unterlagen bei der Krankenkasse
  9. 6 monatiges Recall

 

Frau Dr. Würfl ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin und ist schlafmedizinisch fortgebildet.